:: Berlin – Osnabrück (ghl) 28.07.2011 – Elvira M. (28) Schuhverkäuferin aus Osnabrück: „Bin ich pervers, weil ich mich gerne vor dem Sex fesseln, leicht mit einer Reitgerte auf den Po streicheln und von fremden Männern in meine gespreizte Möse pissen lasse“ – SexExpertin Vanessa del Rae (48) meint dazu: Viele Personen haben spezielle Sex-Neigungen, beim Thema Sex-Praktiken im privaten Bereich kann man in der Regel nicht von Perversion oder Normalität sprechen ::
Elvira M. (28) aus Osnabrück ist z.Zt. ohne festen männlichen Partner. Elvira M. hat sich als Mitglied in einem Adult-Sex-Portal eingetragen um Kontakte in ihrer Region Osnabrück/Münster/Bielefeld herzustellen.

Elvira M. aus Osnabrück ist eine devote SM-Fetischistin, liebt Natürsekt u. realen Sex in der Nachbarschaft
In den letzten 12 Monaten hat Elvira M. verschiede Treffen zum Quickie im Hotel oder Wohnwagen, in Privatwohnungen, mit einzelnen Männern und Bi-Paaren (hierbei hat sie auch lesbische Erfahrungen gemacht und lieb gewonnen Ihre devote Veranlagung konnte sie hauptsächlich mit einzelnen Männern ausleben.
Zum Heiraten oder um eine feste Beziehung mit gemeinsamer Wohnung einzugehen war für Elvira M. bei den Sex-Treffs noch nicht der richtige Partner dabei.
Jetzt ihre bange Frage: „Wie soll ich mich verhalten wenn ich den Richtigen für eine feste Partnerschaft ausserhalb der Sex-Community in meiner Region finde. Ich kann ja nicht meine Gefühle auf Dauer verschweigen.“
Zu dieser Frage und weiteren Anmerkungen hat Sexologin und Beziehungscoach Vanessa del Rae (48) folgende Tipps und Verhaltensregeln in einem Bild-Interview beantwortet.
BILD.de: Wo liegt die Grenze zwischen Perversion und Normalität? Und vor allem: Gibt es die überhaupt?
Vanessa del Rae: Es gibt zumindest eine große Grauzone. Zunächst müsste geklärt werden, was Normalität ist. Das, was alle tun? Da gibt es eine Menge Geheimnisse. Das, was gesellschaftlich anerkannt ist? Wer legt dies fest? Ich sage meinen Klienten immer, dass alles erlaubt ist, was lustvoll ist und Spaß macht, solange niemandem gegen seinen Willen Schmerz zugefügt wird. Klar gesagt sei, dass extreme Formen wie Pädophilie und Nekrophilie eindeutig dem Bereich der Perversion zuzuordnen sowie krankhaft sind und unter Strafe stehen.
Fällt es vielen Menschen schwer, sich sexuelle Bedürfnisse einzugestehen? Man sollte denken, das sei heutzutage kein Problem mehr.
del Rae: Für die meisten ist das tatsächlich nicht einfach, zu ihren Neigungen zu stehen. Das erlebe ich als Sex-Coach immer wieder.
Woran liegt das?
del Rae: An Konventionen, die einem in der Erziehung mitgegeben wurden, oder schlechten Erfahrungen mit Ex-Partnern. Die Angst vor Ablehnung und Ausgrenzung hält viele Menschen davon ab, sexuelle Bedürfnisse offen einzufordern. Oftmals bleiben Fantasien unausgelebt und bereichern das Liebesleben nur auf gedanklicher Ebene. Die Neigung kann allerdings so stark werden, dass es zu einem Leidensdruck führt, sie nicht zu verwirklichen. Oder die Neugier, die Experimentierfreude, die Abenteuerlust und der Drang nach Grenzerfahrungen gewinnen die Oberhand. Das beflügelt den Mut, sich an Gleichgesinnte zu wenden und entsprechende Gruppen oder Orte aufzusuchen.

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Welcher Schritt ist der erste, um sich eine Neigung einzugestehen?
del Rae: Neigungen sind geheime Fantasien, die von den meisten Menschen erst mal verdrängt werden. Hierzu zählen Wünsche, wie sich demütigen zu lassen oder durch Schmerz angetörnt zu werden. Diese Wünsche gelten oft immer noch als pervers. Eine geläufige Fantasie ist Gruppensex. Der ist gesellschaftlich schon eher akzeptiert, viele finden die Vorstellung höchst erregend. Weniger häufig hingegen ist der Wunsch, sich als Mann in Frauenkleidern zu zeigen. Der erste Schritt, sich Neigungen einzugestehen, liegt in der Ehrlichkeit mit sich selbst; man muss akzeptieren, dass bestimmte Fantasien sexuelle Erregung auslösen.
Wie spricht man mit seinem Partner über die eigene Neigung?
del Rae: Um nicht Gefahr zu laufen, dass sich der Partner abwendet, ist eine vorsichtige Herangehensweise klug. Am besten eignen sich Geschichten von Personen aus dem Umfeld, die ihre Neigungen ausleben, oder auch Filme und Bücher. Am Rande erzählt, gemeinsam gesehen oder vorgelesen, sollte die Reaktion des Partners beobachtet werden.
Worauf muss man dabei achten?
del Rae: Ist er interessiert, neugierig, erstaunt oder ablehnend? Und dann die entscheidende Frage: „Könntest du dir das vorstellen? Hättest du auch mal Lust, so etwas auszuprobieren?“ Möglicherweise läuft man offene Türen ein, da sich der Partner bisher auch nicht getraut hat, das Thema anzusprechen. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, schließlich hat fast jeder eine geheime Neigung.
Was macht man, wenn man sich seinem Partner offenbart, er das sexuelle Bedürfnis aber nicht teilt?
del Rae: Entweder der Partner ist einem so wichtig oder die Neigung nicht so existenziell, dass alles reine Fantasie bleiben kann. Oder der Partner gesteht dem anderen zu, die Neigung mit jemand anderem auszuleben, um es zumindest auszuprobieren. Die dritte Möglichkeit: Der Wunsch, die Neigung auszuleben, ist so stark, dass sich der Verzicht negativ auf die Partnerschaft auswirkt. Dann bleibt womöglich nur die Entscheidung, sich zu trennen. – Interview Quelle BILD (Julia Finger)

